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Import / Export

Das Thema Import / Export ist ein sehr umfangreiches Thema. Sie sparen sich später viel Zeit und Geld, wenn sie sich vorab gut damit befassen. Drei der wichtigsten, offiziellen Webseiten aus der Schweiz zu diesem Thema finden sie hier:

KMU-Portal Import/Export

  • Grundlegende Informationen zum Aussenhandel
  • Überblick über die Dienstleistungen in der Schweiz

Eidgenössische Zollverwaltung

Switzerland Global Enterprise

Vorgehen bei Import:

Abhängig von den Gütern die Sie importieren möchten, und aus welchem Land diese stammen, ist das Vorgehen beim Import nicht immer genau gleich. Grundsätzlich gliedert sich der Import von Waren aber in drei Schritte.

1. Kaufvertrag verhandeln und abschliessen

Bei Käufen im Ausland gibt es mehr zu verhandeln als wenn Sie direkt in der Schweiz etwas einkaufen. Viele Aspekte des Geschäfts sind nicht klar geregelt und müssen zuerst ausgehandelt werden. Typischerweise wird dabei vereinbart, wer welche Aufgaben, Rechte und Pflichten übernimmt. Dazu gehören auch der Umfang der Lieferung, die Lieferzeit und der Preis. Merken Sie sich:
Schweizer Recht ist nicht Weltrecht. Bei internationalen Geschäften kann verhandelt werden, ob das Recht des Käufers oder des Verkäufers (oder gar das Internationale Kaufrecht) zur Anwendung kommt.

Wichtig bei diesem Schritt:

  • Produktsicherheit & Inverkehrbringung: Es ist vor Vertragsabschluss abzuklären, ob spezielle Vorschriften in Bezug auf Produktsicherheit und Inverkehrbringung nötig sind.
  • Incoterms (International Commercial Terms): Bei der Vertragsgestaltung im Import sind mit dem Verkäufer die Incoterms zu besprechen. Diese Klauseln regeln die Art und Weise wie Güter geliefert werden. Sie klären beispielsweise folgende Fragestellungen:
    • Wer kümmert sich um die Ausfuhrzollabfertigung im Exportland? Diese Aufgabe sollten sie keinesfalls übernehmen, sondern durch den Verkäufer sichergestellt werden. Dadurch sparen Sie die ausländische Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer).
    • Wer wählt und beauftragt den Spediteur?
    • Wer bezahlt welche anfallenden Kosten?

2. Transport organisieren

Haben sich Käufer und Verkäufer mit einem Verkaufsvertrag geeinigt, und die Auflagen zur Inverkehrbringung in der Schweiz sind abgeklärt, stehen Ihnen für den Transport in die Schweiz zahlreiche Spediteure zur Auswahl. Vom Kurierdienst, über Luft- und Seefracht-, bis hin zum LKW-Transport, können Sie hier zwischen verschiedenen Lösungen auswählen. Es empfiehlt sich, vorgängig verschiedene Offerten aus dem In- und Ausland einzuholen und zu vergleichen.

Generell gilt:

  • Bei Kleinsendungen lohnen sich oftmals Kurierdienste
  • Bei grösseren Sendungen und Distanzen Luftfrachtsendungen
  • ab 500kg lohnen sich Seefrachtsendungen

Je nach Warengattung und Volumen gelten besondere Bestimmungen (Wertgegenstände, Kühltransporte, etc.). Zudem fallen Abwicklungskosten für Export- und Importverzollung an.

Wichtig bei diesem Schritt:

  • Achten Sie darauf, dass Sie vom Spediteur eine klare Auflistung erhalten, welche Preisbestandteile in der Offerte integriert sind und welche nicht! Zudem ist für die Frachtkostenberechnung das Volumengewicht massgebend.

3. Verzollung in der Schweiz sicherstellen

Im Normalfall übernimmt der Spediteur die Verzollung Ihrer gekauften Ware gleich für Sie. Anhand Ihrer Angaben, sowie der Informationen auf der Rechnung Ihres Lieferanten, kann die Verzollung stattfinden. Eine Rechnung (Handelsrechnung; Proforma-Rechnung) sollte mindestens folgendes beinhalten:

  • die Lieferkonditionen
  • eine Sachbezeichnung der Ware
  • Zolltarifnummer
  • Rechnungsbetrag sowie Grund der Lieferung

Beispiel Importrechnung (Handelsrechnung)
Vorlage Proforma Rechnung

Preiszuschläge vom Spediteur bei fehlender oder unvollständig ausgefüllter Zolldokumente des Versenders sind möglich.
Sollten Sie die Ware nicht von einem Spediteur transportieren lassen, sondern selber im Ausland abholen, stehen direkt an der Grenze verschiedene Verzollungsdienstleister (Zollagenten) zur Verfügung, die Ihnen bei der Verzollung helfen.

Sie sind als Importeurin oder Importeur rechtlich dazu verpflichtet, den Original-Verzollungsnachweis (Zollquittung: „Veranlagungsverfügung Zoll“ und MWST-Quittung „Veranlagungsverfügung MWST“) mindestens zehn Jahre aufzubewahren sowie zu kontrollieren. Sie erhalten den Beleg von Ihrem Spediteur/Zollagent oder müssen diesen online herunterladen. Sie sind dafür verantwortlich, dass alles korrekt verzollt wird.

Wichtig bei diesem Schritt:

  • Die Belege dienen bei einer allfälligen Zoll– oder Mehrwertsteuerprüfung als Nachweis. Zudem können Sie die Importmehrwertsteuer ggf. als Vorsteuerabzug geltend machen, sofern Sie sich entsprechend bei der Steuerverwaltung registriert haben.
  • Bei regelmässigen Import ist die Anschaffung einer Zollsoftware prüfenswert (Anschaffungspreis: ab 500 CHF).

Überblick Importkosten

Wieviel der Import ihrer Ware kostet ist sehr unterschiedlich. Die Kosten setzen sich folgendermassen zusammen:

  • Transportkosten
  • Verzollungsgebühren: Gebühren des Spediteurs/Zollagenten für die Zollabwicklung
  • Zollabgaben bei der Einfuhr: Handelsware ist grundsätzlich Zollpflichtig. Es gibt keine spezielle Wertfreigrenze wie im Reisendenverkehr, sondern nur eine Abgabenfreigrenze: Zoll wird erst erhoben, wenn der errechnete Betrag mehr als CHF 5.00 pro Zolldeklaration beträgt.
    Die Zollabgaben variieren von Produkt zu Produkt. Die Zolltarifnummer ist Basis für den anwendbaren Zollansatz.
    Beschaffen Sie Ware von einer Freihandelszone, können Importzölle durch einen entsprechenden Ursprungsnachweis des Lieferanten gespart werden. Dazu müssen die präferenziellen Ursprungskriterien erfüllt werden.
  • Mehrwertsteuer bei der Einfuhr: Jede Ware ist grundsätzlich Mehrwertsteuerpflichtig. Es gibt keine spezielle Wertfreigrenze wie im Reisendenverkehr, sondern nur eine Abgabenfreigrenze.
    Mehrwertsteuer wird erst erhoben, wenn der errechnete Betrag höher als CHF 5.00 pro Zolldeklaration ist, wobei Zoll- und Mehrwertsteuerabgaben separat zu betrachten sind.
    Als Zollwert gilt der Kaufpreis inkl. Transportkosten und ist mit der Rechnung (Handelsrechnung; Proforma-Rechnung) zu belegen.
    Je nach Kaufgeschäft (z.B. „Reihengeschäft“, Abweichungen Lieferadresse/ Rechnungsadresse) sind zusätzliche Bestimmungen zu beachten. Bei der Einfuhr von Ware wird die Mehrwertsteuer nicht durch den Verkäufer auf der Rechnung ausgewiesen (Ausnahmen vorbehalten), sondern direkt durch den Zoll bei der Einfuhr als Einfuhrsteuer (auch „Importmehrwertsteuer“) erhoben.
  • Teilweise weitere Zusatzabgaben für „nichtzollrechtliche Erlasse“: Gewisse Produkte unterliegen besonderen Abgaben (Tabaksteuer, Alkoholsteuer, etc). Die entsprechenden Abgaben sind im Zolltarif der Schweiz (Tares) aufgeführt.

Spezielle Hinweise:

  • Bei regelmässigen Import ist die Eröffnung eines Zollkontos prüfenswert.
  • Bei Ware, die wiederausgeführt wird, sind verschiedene Zollverfahren möglich. Diese müssen zum Zeitpunkt der Einfuhr beantragt werden.

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Vorgehen bei Export:

Abhänging von den Gütern die Sie exportieren möchten, und in welches Land Sie exportieren, ist das Vorgehen beim Export nicht immer genau gleich. Grundsätzlich gliedert sich der Export von Ware aber in 5 Schritte.

1. Kaufvertrag verhandeln und abschliessen

Bei Verkäufen ins Ausland gibt es mehr zu verhandeln als wenn Sie direkt in der Schweiz etwas verkaufen. Viele Aspekte des Geschäfts sind nicht klar geregelt und müssen zuerst ausgehandelt werden. Typischerweise wird dabei vereinbart, wer welche Aufgaben, Rechte und Pflichten übernimmt. Dazu gehören auch der Umfang der Lieferung, die Lieferzeit und der Preis. Merken Sie sich:
Schweizer Recht ist nicht Weltrecht. Bei internationalen Geschäften kann verhandelt werden, ob das Recht des Käufers oder des Verkäufers (oder gar das Internationale Kaufrecht) zur Anwendung kommt.

Wichtig bei diesem Schritt:

  • Produktsicherheit & Inverkehrbringung: Vor Vertragsabschluss ist abzuklären, ob spezielle Vorschriften diesbezüglich im Exportland nötig sind.
  • Incoterms (International Commercial Terms): Bei der Vertragsgestaltung im Export sind mit dem Verkäufer die Incoterms zu besprechen. Diese Klauseln regeln die Art und Weise wie Güter geliefert werden. Sie klären beispielsweise folgende Fragestellungen:
    • Wer kümmert sich um die Ausfuhrzollabfertigung im Exportland?
    • Wer wählt und beauftragt den Spediteur?
    • Wer bezahlt welche anfallenden Kosten?

2. Transport organisieren

Haben sich Käufer und Verkäufer mit einem Verkaufsvertrag geeinigt, und die Auflagen zur Inverkehrbringung im Exportland sind abgeklärt, stehen Ihnen für den Transport ins Ausland zahlreiche Spediteure zur Auswahl.

Vom Kurierdienst, über Luft- und Seefracht-, bis hin zum LKW-Transport, können Sie hier zwischen verschiedenen Lösungen auswählen. Es empfiehlt sich, vorgängig verschiedene Offerten aus dem In- und Ausland einzuholen und zu vergleichen.

Generell gilt:

  • Bei Kleinsendungen lohnen sich oftmals Kurierdienste
  • Bei grösseren Sendungen und Distanzen Luftfrachtsendungen
  • ab 500kg lohnen sich Seefrachtsendungen

Je nach Warengattung und Volumen gelten besondere Bestimmungen (Wertgegenstände, Kühltransporte, etc.). Zudem fallen Abwicklungskosten für Export- und Importverzollung an.

Wichtig bei diesem Schritt:

  • Klare Auflistung der Preisbestandteile: Achten Sie darauf, dass Sie vom Spediteur eine klare Auflistung erhalten, welche Preisbestandteile in der Offerte integriert sind und welche nicht! Zudem ist für die Frachtkostenberechnung das Volumengewicht massgebend.

3. Exportdokumente erstellen

Wenn Sie Waren exportieren, müssen Sie die Bestimmungen des Exportlandes einhalten. Welche Angaben Sie dazu im Exportland machen müssen und welche Formulare Sie dazu ausfüllen müssen, können von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. Darum sind diese Angaben sorgfältig mit Ihren Geschäftspartnern vor Ort abzuklären. Grundsätzlich gibt es  zwei Dokumente die für den Export benötigt werden:

Handelsrechnung (Lieferschein; Proforma-Rechnung):

  • Exporteur (inkl. Adresse)
  • Importeur (inkl. Adresse)
  • Lieferanschrift
  • Ort und Datum der Ausstellung
  • Markierung, Nummer, Anzahl und Art der Packstücke
  • Netto- und Bruttogewichte, Abmessungen der Packstücke
  • genaue Warenbezeichnung
  • Zolltarifnummer
  • Warenmenge
  • Preis
  • Lieferungs- und Zahlungsbedingungen
  • Ursprungsland

Beispiel Handelsrechnung
Vorlage Proforma Rechnung

Eine vollständige und korrekte Handelsrechnung ist die Grundlage für eine reibungslose Zollabfertigung. Zollbehörden benötigen die Handelsrechnung um mögliche Steuern und Zölle zu berechnen. Mit dem korrekten Ausfüllen der Handelsrechnung lassen sich Verzögerungen vermeiden. Im Internet finden Sie viele Vorlagen für korrekte Handelsrechnungen.

Ausfuhrdeklaration:

Die Ausfuhrdeklaration dient als Nachweis für Ausfuhr von Ware. Diese Ausfuhranmeldung wird elektronisch erfasst. Dies kann auf drei verschiedene Arten erledigt werden:

  • mit der Online-Anwendung der Eidgenössischen Zollverwaltung «e-dec web»
  • mit einer hauseigenen Software (z.B. e-dec Export)
  • durch den Spediteur

Achtung! Wird die Ware im Ausland nicht verkauft (reguläre Ausfuhr), sondern nur repariert, veredelt, nur temporär zu Ausstellungszwecken oder zur Dienstleistungserbringung ausgeführt, muss dies anders deklariert werden. Dabei gibt es Sonderverfahren für Veredelungsverkehr, temporäre Verzollung für Messen oder Ausstellungen, usw.

Die Ausfuhrdeklaration setzt gute Kenntnisse voraus. Es empfiehlt sich beim Einstieg in die Exporttätigkeit Hilfe von Fachpersonen beizuziehen.

4. Bewilligungspflichten abklären

Vor der Ausfuhr ist zu prüfen, ob die Ware bewilligungspflichtig ist. Dazu sind insbesondere folgende Bestimmungen relevant:

  • Zivil und militärisch verwendbare Güter sowie Sanktionen, Embargos (SECO)
  • Nicht zollrechtliche Erlasse (NZE)

Gegebenenfalls sind auch Importbewilligungen im Bestimmungsland nötig oder spezielle Inverkehrsbringungsmassnahmen nötig. Dazu setzten Sie sich am besten mit dem Käufer in Kontakt oder informieren sich bei der staatlichen Exportförderung Switzerland Global Enterprise.

5. Freihandelsabkommen nutzen

Dank Freihandelsabkommen können durch die Angabe des präferenziellen Ursprungs  Zölle im Bestimmungsland gespart werden. Dazu sind zuerst die entsprechenden Ursprungskriterien zu prüfen. Der Präferenzielle Ursprung wird anschliessend durch eine Rechnungserklärung oder Ursprungsnachweis-Formular (z.B. EUR.1, Shop Bundespublikationen) belegt. Dazu sind die genauen Vorschriften der einzelnen Freihandelsabkommen zu prüfen.

Es gibt verschiedene Formen des Warenursprungs zu unterscheiden. Für Ungeübte ist es nicht ganz einfach sich in diesem Bereich zurecht zu finden. Als Unterstützung bieten sich Seminare, der Besuch eines Lehrgangs oder eine Beratung von Experten an. Ebenso bietet der Zoll eine kostenlose Auskunftstelle für generelle Zollfragen.

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Geistiges Eigentum

Wer an einer Idee herumtüftelt, diese umsetzt und weiterentwickelt, soll seine Arbeit auch schützen können. Geistiges Eigentum, auf Englisch «Intellectual Property», zeigt sich in ganz verschiedenen Formen. Sei es das Design eines Möbelstücks, ein Verfahren um Schokolade zu schmelzen, ein Theaterstück oder den Schriftzug eines Firmenlogos – all diese Güter sind immateriell, sind also nicht wirklich anfassbar und können trotzdem äusserst wertvoll sein. Gibt es schützenswerte Güter auch in Ihrem Unternehmen?

Man unterscheidet zwischen vier verschiedenen Formen um Geistiges Eigentum zu schützen:

Markenschutz (Namen und Logos)

Eine Marke ist im rechtlichen Sinn ein Kennzeichen um Waren oder Dienstleistungen eines Unternhemens von Produkten anderer Unternehmen zu unterscheiden. Darunter fallen Wörter, Slogans, Buchstabenkombinationen, Zahlenkombinationen und bildliche Darstellungen. Durch den Schutz seiner Marke hat ein Unternehmen exklusiv das Recht, seine Waren und Dienstleistungen zu kennzeichnen und Lizenzen dafür zu vergeben. Wenn ein anderes Unternehmen die gleiche oder eine ähnliche Marke für seine Produkte verwendet, kann rechtlich dagegen vorgegangen werden. Ein Markenschutz hält 10 Jahre und kann beliebig oft verlängert werden.

Bevor Sie eine Versicherung abschliessen, sollten Sie sich Gedanken machen, welchen Risiken Ihr Unternehmen ausgesetzt ist:

  • Welche Elemente, beispielsweise eine Produktionsmaschine, sind in Ihrem Betrieb unerlässlich?
  • Inwiefern kann ein Unwetter Ihre Betriebstätigkeit beeinträchtigen?
  • Was passiert, wenn Drittpersonen durch eines Ihrer Produkte oder beim Betreten Ihres Cafés verletzt werden?
  • Ist das Szenario realistisch?

Diskutieren Sie diese Themen mit Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, Personen aus Ihrem Umfeld und ganz wichtig, mit Versicherungsexpertinnen und -experten.

Patentschutz (Produkt oder Herstellungsverfahren)

Patente werden zum Schutz von Erfindungen im technischen Bereich eingesetzt. Es geht also Produkte und Herstellungsverfahren die mit Mitteln der Technik ein Problem lösen. Zum Beispiel ein Werkzeug um Gemüse zu rüsten. Der Patentschutz gibt dem Patentbesitzer exklusiv das Recht, das Produkt herzustellen, zu verkaufen, auf einem Markt einzuführen oder Lizenzen dazu zu vergeben. Wenn ein anderes Unternehmen im Einflussbereich des Patentes dieses Exklusivrecht verletzt, kann rechtlich dagegen vorgegangen werden. Ein Patentschutz kann maximal 20 Jahre aufrechterhalten werden.

Das Eidgenössisch Institut für Geistiges Eigentum (IGE) bietet mit ihrem IP-Beratungsnetztwerk gratis eine 45-minütige Beratung zum Thema Patentschutz an.

Designschutz (äusseres Erscheinungsbild)

Der Designschutz erlaubt den Schutz der äusseren Gestaltung von Erzeugnissen oder Teilen davon. Dabei kann es sich sowohl um zweidimensionale Designs wie ein Stoffmuster oder um dreidimensionale Objekte wie das Design eines Stuhls oder einer Verpackung handeln. Mit einem Designschutz kann auf rechtlichem Weg verhindert werden, dass ungenehmigt Gebrauch von Ihrem Design gemacht wird. Inhabende des Designschutzes sind die einzigen, die das entsprechende Produkt herstellen, in Verkehr bringen, lagern und einführen, oder das entsprechende Recht dazu vergeben dürfen. Mit einem Designschutz können Sie auf rechtlichem Weg gegen gleiche- oder ähnliche Designs vorgehen. Ein Designschutz kann maximal 25 Jahre aufrechterhalten werden.

Urheberrecht (Software, Texte, Bilder, Musik und ähnliches)

Das Urheberrecht schütz die Werke von Schöpfern und Erzeugern in den Bereichen Software, Literatur und Kunst allgemein. Dabei wird die Form und nicht der Inhalt des Werkes an sich geschützt. Unter Form ist die Art und Weise zu verstehen, wie etwas zum Ausdruck gebracht wird. So dürfen Sie beispielsweise ruhig in einer Zeitung den Inhalt eines Theaterstücks nacherzählen, aber um den Text des Theaterautors einszueins abzudrucken, bräuchten Sie dessen Genehmigung. Urheberrechte sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers gültig und beginnen automatisch beim Schöpfungsprozess. Im Falle von Software hält das Urheberrecht bis 50 Jahre nach dem Tod des Urhbers.

Geistiges Eigentum schützen

Bevor Sie sich blind auf irgendwelche Form von Schutz des Geistigen Eigentums stürzen, schlägt das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum vor, sich folgende Fragen zu stellen:

Worüber müssen Sie sich zuerst klar werden?

  • Ist der Schutz überhaupt notwendig? Droht Missbrauch durch Dritte?
  • Welcher Schutz ist der optimale? Neben dem formellen Schutz, also der Registrierung von Marken, Patenten und Designs, gibt es auch informelle Schutzmöglichkeiten wie z.B. Geheimhaltung oder vorsorgliche Publikation von Erfindungen.
  • Was ist zu schützen? Erfindung, Marke oder Design? Oder alles gleichzeitig? Und wie? Die raffinierte Form einer Flasche als Design oder der Name eines Getränks als Marke?
  • Wie weit soll der Schutz reichen? Für welche Waren oder Dienstleistungen soll eine Marke registriert werden? Soll das Patent das erfinderische Verfahren oder das Produkt schützen?
  • In welchen Ländern wollen Sie Ihre Produkte vermarkten – in welchen Ländern benötigen Sie Schutz? Sind Sie auch bereit, Ihre Rechte in diesen Ländern durchzusetzen? Wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus?
  • Auch über bestehende Schutzrechte sollten Sie sich Gedanken machen: Verletzen Sie Rechte von Dritten? Sollten Sie die Innovationen und Kreationen der Konkurrenz überwachen?

Falls sich herausstellt, dass Sie Ihr geistiges Eigentum schützen müssen, sollten Sie zuerst überprüfen, ob es überhaupt noch möglich ist. So können Sie sich unnötige Investitionen ersparen. Es liegt nämlich an Ihnen zu überprüfen, ob Ihr geistiges Eigentum nicht schon von jemand anderem vor Ihnen eingetragen und geschützt wurde. Selbst wenn beispielsweise Ihr Patent eingetragen und akzeptiert wurde, bedeutet das nicht, dass Sie automatisch von dessen Schutz profitieren können. Denn wenn Sie damit ein älteres, bereits eingetragenes Patent verletzen, kann Ihr Patent angefochten werden. Die Neuheit der Erfindungen wird in der Schweiz nicht geprüft. Schutzrechte werden ohne Garantien erteilt. Darum ist es wichtig, dass Sie die Neuheit Ihrer Erfindung vor einer Eintragung genaustens überprüfen.

Alles Wichtige zum Thema Geistiges Eigentum finden Sie auf der Webseite des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum und in deren Übersichtsbroschüre «Gedacht. Gemacht. Geschützt»(pdf) .

Stakeholderanalyse

Analyse der Anspruchsgruppen

Im Geschäftsalltag gibt es immer wieder Projekte die etwas heikel in der Umsetzung sind und Sie aufpassen müssen, dass Sie niemanden vor den Kopf stossen. Als Unternehmerin oder Unternehmer sollten Sie deshalb wissen, mit wem Sie es alles zu tun haben. Das hilft Ihnen, Ihre Vorgehensweise entsprechend zu planen und mögliche Probleme schon frühzeitig zu erkennen. Eine Stakeholderanalyse ist das passende Werkzeug dazu.

Zu den Stakeholdern gehören alle Menschen und Organisationen, die von den Entscheidungen eines Unternehmens betroffen sind oder die mit ihrem Handeln selbst die Aktionen eines Unternehmens beeinflussen können. Kurz: alle Menschen und Organisationen, die an eine Unternehmung irgendwelche Ansprüche stellen (deshalb «Anspruchsgruppen»).

Sie sind nicht allein!

Ihr Unternehmen ist immer in eine Unternehmensumwelt eingebettet. Es ist umgeben von verschiedensten Anspruchsgruppen, so genannten Stakeholdern, die Einfluss auf Ihr Unternehmen und dessen Handlungsfreiheit haben. Diese Anspruchsgruppen sind Ihre Mitarbeiter, Ihre Kundinnen und Kunden, Lieferanten, die Gemeinde Ihres Firmensitzes, und noch viele mehr. Genauso wie Sie als Unternehmen von Ihren Stakeholder beeinflusst werden können, beeinflussen Sie Ihre Stakeholder. Als Umsichtige Unternehmerin oder Unternehmer geht es darum, diese verschiedenen Anspruchsgruppen zu erkennen, zu analysieren und einen Weg zu finden, um alle Ansprüche so gut wie möglich zufriedenzustellen und unter einen Hut zu bringen.

Wer interessiert sich für Sie?

Einem auf nachhaltigem Erfolg bedachten Unternehmen geht es längst nicht mehr nur darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Als Unternehmen gehen Sie mit Ihrem Nutzenversprechen, also dem Sinn Ihres Unternehmens, auch gesellschaftliche Verpflichtungen ein. Schliesslich macht ein Unternehmen ohne eine entsprechende Umwelt mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden usw. wenig Sinn. Geld sollte dabei nicht die Hauptrolle spielen, sondern vor allem Mittel zum Zweck sein. Geld ist nur eines der Werkzeuge um die verschiedenen Bedürfnisse im Unternehmen und in seinen verschiedenen Anspruchsgruppen befriedigen zu können. Diese bestehen einerseits aus internen Anspruchsgruppen, direkt in Ihrem Unternehmen, aber auch aus Externen, die Ihr Unternehmen in irgendeiner Art und Weise beeinflussen können.

Interne Stakeholder:

Zu den internen Stakeholdern gehören Beispielsweise ihre Mitarbeitenden, die angemessene Löhne im Austausch zu ihrer geleisteten Arbeit verlangen. Oder Aktionärinnen und Aktionäre, die Ihnen Kapital im Austausch gegen Rendite zur Verfügung stellen.

Externe Stakeholder:

Ihre Kundschaft, Partnerschaften und Lieferfirmen hingegen gehören zu den externen Stakeholdern. Auch Sie sind an Ihrem Wohlergehen interessiert, denn auch Sie haben Ansprüche an Sie. Das gleiche gilt für den Staat und die Gemeinde des Firmensitzes. So verlangen sie etwa die Einhaltung von Gesetzen und das Zahlen von Steuern. Im Gegenzug können Sie als Unternehmen von Rechtssicherheit und Infrastruktur profitieren. So zieht sich dies über ein breites Feld von internen und externen Anspruchsgruppen, die sich in ihren Ansprüchen unterscheiden und Ihr Unternehmen beeinflussen Das gleiche gilt aber auch umgekehrt. Auch Sie haben Einfluss auf Ihre Anspruchsgruppen

Das Stakeholder Modell mit den verschiedenen Anspruchsgruppen kann und soll beliebig erweitert, und auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten werden. Denn jedes Unternehmen bewegt sich in einer anderen Umwelt. So erhalten Sie eine individuelle Karte Ihrer Stakeholder, die es zu berücksichtigen gilt.

Nutzen Sie Ihr Wissen!

Wer seine verschiedenen Anspruchsgruppen kennt, kann dies zu seinem Vorteil nutzen. Sie wissen damit nämlich genau mit wem Sie es zu tun haben, wenn Sie ein Projekt Ihres Unternehmens einleiten möchten. Jede Ihrer Anspruchsgruppen hat verschiedene Bedürfnisse und Anliegen, die Sie nun gezielt bearbeiten können. Versetzen Sie sich dazu in die Lage Ihrer Stakeholder und überlegen Sie sich:

  • Was beschäftigt diesen Stakeholder?
  • Welche Ziele verfolgen sie?
  • Was ist ihnen wichtig?
  • Wo kommen Sie sich gegenseitig mit Ihren unterschiedlichen Vorstellungen in die Quere?
  • Wo verfolgen Sie Ziele, die sich verbinden lassen?

Versuchen Sie die Mechanismen Ihrer Unternehmensumwelt zu erkennen und zu verstehen um dadurch frühzeitig Chancen und Gefahren für Ihren Projektverlauf zu lokalisieren. So können Sie schon im Voraus Problemen aus dem Weg gehen oder diese aus dem Weg räumen. Gleichzeitig können sie auch den positiven Einfluss Ihrer Stakeholder zu Ihrem Vorteil nutzen. Sie erfahren, mit wem Sie allenfalls sprechen müssen und wie Sie Ihrem Stakeholder entsprechend kommunizieren sollten. Jede Art von Stakeholder sollte auf eine ihr entsprechende Weise angesprochen werden. Bei Ihrer Bank, als einer Ihrer Stakeholder, werden Sie ganz anders argumentieren als bei einer Umweltschutzorganisation die es bei Ihrem nächsten Vorhaben einzubeziehen gilt.

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