Realisierung

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Stakeholderanalyse

Analyse der Anspruchsgruppen

Im Geschäftsalltag gibt es immer wieder Projekte die etwas heikel in der Umsetzung sind und Sie aufpassen müssen, dass Sie niemanden vor den Kopf stossen. Als Unternehmerin oder Unternehmer sollten Sie deshalb wissen, mit wem Sie es alles zu tun haben. Das hilft Ihnen, Ihre Vorgehensweise entsprechend zu planen und mögliche Probleme schon frühzeitig zu erkennen. Eine Stakeholderanalyse ist das passende Werkzeug dazu.

Zu den Stakeholdern gehören alle Menschen und Organisationen, die von den Entscheidungen eines Unternehmens betroffen sind oder die mit ihrem Handeln selbst die Aktionen eines Unternehmens beeinflussen können. Kurz: alle Menschen und Organisationen, die an eine Unternehmung irgendwelche Ansprüche stellen (deshalb «Anspruchsgruppen»).

Sie sind nicht allein!

Ihr Unternehmen ist immer in eine Unternehmensumwelt eingebettet. Es ist umgeben von verschiedensten Anspruchsgruppen, so genannten Stakeholdern, die Einfluss auf Ihr Unternehmen und dessen Handlungsfreiheit haben. Diese Anspruchsgruppen sind Ihre Mitarbeiter, Ihre Kundinnen und Kunden, Lieferanten, die Gemeinde Ihres Firmensitzes, und noch viele mehr. Genauso wie Sie als Unternehmen von Ihren Stakeholder beeinflusst werden können, beeinflussen Sie Ihre Stakeholder. Als Umsichtige Unternehmerin oder Unternehmer geht es darum, diese verschiedenen Anspruchsgruppen zu erkennen, zu analysieren und einen Weg zu finden, um alle Ansprüche so gut wie möglich zufriedenzustellen und unter einen Hut zu bringen.

Wer interessiert sich für Sie?

Einem auf nachhaltigem Erfolg bedachten Unternehmen geht es längst nicht mehr nur darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Als Unternehmen gehen Sie mit Ihrem Nutzenversprechen, also dem Sinn Ihres Unternehmens, auch gesellschaftliche Verpflichtungen ein. Schliesslich macht ein Unternehmen ohne eine entsprechende Umwelt mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden usw. wenig Sinn. Geld sollte dabei nicht die Hauptrolle spielen, sondern vor allem Mittel zum Zweck sein. Geld ist nur eines der Werkzeuge um die verschiedenen Bedürfnisse im Unternehmen und in seinen verschiedenen Anspruchsgruppen befriedigen zu können. Diese bestehen einerseits aus internen Anspruchsgruppen, direkt in Ihrem Unternehmen, aber auch aus Externen, die Ihr Unternehmen in irgendeiner Art und Weise beeinflussen können.

Interne Stakeholder:

Zu den internen Stakeholdern gehören Beispielsweise ihre Mitarbeitenden, die angemessene Löhne im Austausch zu ihrer geleisteten Arbeit verlangen. Oder Aktionärinnen und Aktionäre, die Ihnen Kapital im Austausch gegen Rendite zur Verfügung stellen.

Externe Stakeholder:

Ihre Kundschaft, Partnerschaften und Lieferfirmen hingegen gehören zu den externen Stakeholdern. Auch Sie sind an Ihrem Wohlergehen interessiert, denn auch Sie haben Ansprüche an Sie. Das gleiche gilt für den Staat und die Gemeinde des Firmensitzes. So verlangen sie etwa die Einhaltung von Gesetzen und das Zahlen von Steuern. Im Gegenzug können Sie als Unternehmen von Rechtssicherheit und Infrastruktur profitieren. So zieht sich dies über ein breites Feld von internen und externen Anspruchsgruppen, die sich in ihren Ansprüchen unterscheiden und Ihr Unternehmen beeinflussen Das gleiche gilt aber auch umgekehrt. Auch Sie haben Einfluss auf Ihre Anspruchsgruppen

Das Stakeholder Modell mit den verschiedenen Anspruchsgruppen kann und soll beliebig erweitert, und auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten werden. Denn jedes Unternehmen bewegt sich in einer anderen Umwelt. So erhalten Sie eine individuelle Karte Ihrer Stakeholder, die es zu berücksichtigen gilt.

Nutzen Sie Ihr Wissen!

Wer seine verschiedenen Anspruchsgruppen kennt, kann dies zu seinem Vorteil nutzen. Sie wissen damit nämlich genau mit wem Sie es zu tun haben, wenn Sie ein Projekt Ihres Unternehmens einleiten möchten. Jede Ihrer Anspruchsgruppen hat verschiedene Bedürfnisse und Anliegen, die Sie nun gezielt bearbeiten können. Versetzen Sie sich dazu in die Lage Ihrer Stakeholder und überlegen Sie sich:

  • Was beschäftigt diesen Stakeholder?
  • Welche Ziele verfolgen sie?
  • Was ist ihnen wichtig?
  • Wo kommen Sie sich gegenseitig mit Ihren unterschiedlichen Vorstellungen in die Quere?
  • Wo verfolgen Sie Ziele, die sich verbinden lassen?

Versuchen Sie die Mechanismen Ihrer Unternehmensumwelt zu erkennen und zu verstehen um dadurch frühzeitig Chancen und Gefahren für Ihren Projektverlauf zu lokalisieren. So können Sie schon im Voraus Problemen aus dem Weg gehen oder diese aus dem Weg räumen. Gleichzeitig können sie auch den positiven Einfluss Ihrer Stakeholder zu Ihrem Vorteil nutzen. Sie erfahren, mit wem Sie allenfalls sprechen müssen und wie Sie Ihrem Stakeholder entsprechend kommunizieren sollten. Jede Art von Stakeholder sollte auf eine ihr entsprechende Weise angesprochen werden. Bei Ihrer Bank, als einer Ihrer Stakeholder, werden Sie ganz anders argumentieren als bei einer Umweltschutzorganisation die es bei Ihrem nächsten Vorhaben einzubeziehen gilt.

Stakholderanalyse
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Stakholderanalyse
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Stakholderanalyse
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Geistiges Eigentum

Wer an einer Idee herumtüftelt, diese umsetzt und weiterentwickelt, soll seine Arbeit auch schützen können. Geistiges Eigentum, auf Englisch «Intellectual Property», zeigt sich in ganz verschiedenen Formen. Sei es das Design eines Möbelstücks, ein Verfahren um Schokolade zu schmelzen, ein Theaterstück oder den Schriftzug eines Firmenlogos – all diese Güter sind immateriell, sind also nicht wirklich anfassbar und können trotzdem äusserst wertvoll sein. Gibt es schützenswerte Güter auch in Ihrem Unternehmen?

Man unterscheidet zwischen vier verschiedenen Formen um Geistiges Eigentum zu schützen:

Markenschutz (Namen und Logos)

Eine Marke ist im rechtlichen Sinn ein Kennzeichen um Waren oder Dienstleistungen eines Unternhemens von Produkten anderer Unternehmen zu unterscheiden. Darunter fallen Wörter, Slogans, Buchstabenkombinationen, Zahlenkombinationen und bildliche Darstellungen. Durch den Schutz seiner Marke hat ein Unternehmen exklusiv das Recht, seine Waren und Dienstleistungen zu kennzeichnen und Lizenzen dafür zu vergeben. Wenn ein anderes Unternehmen die gleiche oder eine ähnliche Marke für seine Produkte verwendet, kann rechtlich dagegen vorgegangen werden. Ein Markenschutz hält 10 Jahre und kann beliebig oft verlängert werden.

Bevor Sie eine Versicherung abschliessen, sollten Sie sich Gedanken machen, welchen Risiken Ihr Unternehmen ausgesetzt ist:

  • Welche Elemente, beispielsweise eine Produktionsmaschine, sind in Ihrem Betrieb unerlässlich?
  • Inwiefern kann ein Unwetter Ihre Betriebstätigkeit beeinträchtigen?
  • Was passiert, wenn Drittpersonen durch eines Ihrer Produkte oder beim Betreten Ihres Cafés verletzt werden?
  • Ist das Szenario realistisch?

Diskutieren Sie diese Themen mit Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, Personen aus Ihrem Umfeld und ganz wichtig, mit Versicherungsexpertinnen und -experten.

Patentschutz (Produkt oder Herstellungsverfahren)

Patente werden zum Schutz von Erfindungen im technischen Bereich eingesetzt. Es geht also Produkte und Herstellungsverfahren die mit Mitteln der Technik ein Problem lösen. Zum Beispiel ein Werkzeug um Gemüse zu rüsten. Der Patentschutz gibt dem Patentbesitzer exklusiv das Recht, das Produkt herzustellen, zu verkaufen, auf einem Markt einzuführen oder Lizenzen dazu zu vergeben. Wenn ein anderes Unternehmen im Einflussbereich des Patentes dieses Exklusivrecht verletzt, kann rechtlich dagegen vorgegangen werden. Ein Patentschutz kann maximal 20 Jahre aufrechterhalten werden.

Das Eidgenössisch Institut für Geistiges Eigentum (IGE) bietet mit ihrem IP-Beratungsnetztwerk gratis eine 45-minütige Beratung zum Thema Patentschutz an.

Designschutz (äusseres Erscheinungsbild)

Der Designschutz erlaubt den Schutz der äusseren Gestaltung von Erzeugnissen oder Teilen davon. Dabei kann es sich sowohl um zweidimensionale Designs wie ein Stoffmuster oder um dreidimensionale Objekte wie das Design eines Stuhls oder einer Verpackung handeln. Mit einem Designschutz kann auf rechtlichem Weg verhindert werden, dass ungenehmigt Gebrauch von Ihrem Design gemacht wird. Inhabende des Designschutzes sind die einzigen, die das entsprechende Produkt herstellen, in Verkehr bringen, lagern und einführen, oder das entsprechende Recht dazu vergeben dürfen. Mit einem Designschutz können Sie auf rechtlichem Weg gegen gleiche- oder ähnliche Designs vorgehen. Ein Designschutz kann maximal 25 Jahre aufrechterhalten werden.

Urheberrecht (Software, Texte, Bilder, Musik und ähnliches)

Das Urheberrecht schütz die Werke von Schöpfern und Erzeugern in den Bereichen Software, Literatur und Kunst allgemein. Dabei wird die Form und nicht der Inhalt des Werkes an sich geschützt. Unter Form ist die Art und Weise zu verstehen, wie etwas zum Ausdruck gebracht wird. So dürfen Sie beispielsweise ruhig in einer Zeitung den Inhalt eines Theaterstücks nacherzählen, aber um den Text des Theaterautors einszueins abzudrucken, bräuchten Sie dessen Genehmigung. Urheberrechte sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers gültig und beginnen automatisch beim Schöpfungsprozess. Im Falle von Software hält das Urheberrecht bis 50 Jahre nach dem Tod des Urhbers.

Geistiges Eigentum schützen

Bevor Sie sich blind auf irgendwelche Form von Schutz des Geistigen Eigentums stürzen, schlägt das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum vor, sich folgende Fragen zu stellen:

Worüber müssen Sie sichr zuerst klar werden?

  • Ist der Schutz überhaupt notwendig? Droht Missbrauch durch Dritte?
  • Welcher Schutz ist der optimale? Neben dem formellen Schutz, also der Registrierung von Marken, Patenten und Designs, gibt es auch informelle Schutzmöglichkeiten wie z.B. Geheimhaltung oder vorsorgliche Publikation von Erfindungen.
  • Was ist zu schützen? Erfindung, Marke oder Design? Oder alles gleichzeitig? Und wie? Die raffinierte Form einer Flasche als Design oder der Name eines Getränks als Marke?
  • Wie weit soll der Schutz reichen? Für welche Waren oder Dienstleistungen soll eine Marke registriert werden? Soll das Patent das erfinderische Verfahren oder das Produkt schützen?
  • In welchen Ländern wollen Sie Ihre Produkte vermarkten – in welchen Ländern benötigen Sie Schutz? Sind Sie auch bereit, Ihre Rechte in diesen Ländern durchzusetzen? Wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus?
  • Auch über bestehende Schutzrechte sollten Sie sich Gedanken machen: Verletzen Sie Rechte von Dritten? Sollten Sie die Innovationen und Kreationen der Konkurrenz überwachen?

Falls sich herausstellt, dass Sie Ihr geistiges Eigentum schützen müssen, sollten Sie zuerst überprüfen, ob es überhaupt noch möglich ist. So können Sie sich unnötige Investitionen ersparen. Es liegt nämlich an Ihnen zu überprüfen, ob Ihr geistiges Eigentum nicht schon von jemand anderem vor Ihnen eingetragen und geschützt wurde. Selbst wenn beispielsweise Ihr Patent eingetragen und akzeptiert wurde, bedeutet das nicht, dass Sie automatisch von dessen Schutz profitieren können. Denn wenn Sie damit ein älteres, bereits eingetragenes Patent verletzen, kann Ihr Patent angefochten werden. Die Neuheit der Erfindungen wird in der Schweiz nicht geprüft. Schutzrechte werden ohne Garantien erteilt. Darum ist es wichtig, dass Sie die Neuheit Ihrer Erfindung vor einer Eintragung genaustens überprüfen.

Alles Wichtige zum Thema Geistiges Eigentum finden Sie auf der Webseite des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum und in deren Übersichtsbroschüre «Gedacht. Gemacht. Geschützt»(pdf) .

Import / Export

Wer als Firma Waren in die Schweiz importieren oder ins Ausland exportieren will, muss diese beim Schweizer Zoll anmelden. In vielen Fällen können Sie das bereits online erledigen. Alle nötigen Informationen dazu sind auf dem KMU-Portal unter Import / Export verfügbar.

Detaillierter Informationen finden Sie auf der Seite der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Betreffend Informationen zu Thema«Export» wenden Sie sich an den ExportHelp von Switzerland Global Enterprise. Sie geben Ihnen einen ersten Überblick über die Regulierungen und Anforderungen, die Sie beim Exportieren erfüllen müssen. Deren breites Netzwerk von Experten im In- und Ausland hilft ihnen, Ihre Anfragen zu Export oder Internationalisierung kompetent und schnell zu beantworten. Anfragen die nicht mehr als eine Stunde Recherchezeit benötigen, sind kostenlos.