Verantwortung

Nehmen Sie Ihre Verantwortung und Verpflichtungen wahr!

Hier erfahren Unternehmerinnen und Unternehmer alles Nötige, was Sie über Ihre Verpflichtungen und Absicherungen wissen müssen. Das kleine Einmaleins der Steuern, der Buchführung und der wichtigsten Versicherungen.

5 Themen zu Verantwortung:

Selbständigkeit

Versicherungen

Es gibt zwei Versicherungstypen mit denen sich Unternehmen früher oder später beschäftigen müssen. Die Sozialversicherungen und die Betriebsversicherungen.

Viele Sozialversicherungen sind obligatorisch, aber je nach Unternehmensform verschieden. Das Wichtigste dazu erfahren Sie im Kapitel Sozialversicherungen.

Die meisten Betriebsversicherungen hingegen sind freiwillig. Deswegen, und wegen einer Vielzahl an verschiedenen Angeboten, ist es schwierig abzuschätzen, welche Betriebsversicherungen tatsächlich sinnvoll sind. Weiter unten finden Sie eine «Übersicht Betriebsversicherungen». Erkundigen Sie sich bei verschiedenen Versicherungen und lassen Sie sich umfangreich beraten. Prüfen Sie auf jeden Fall verschiedene Versicherungsangebote.

Die richtigen Betriebsversicherungen finden

Bevor Sie eine Versicherung abschliessen, sollten Sie sich Gedanken machen, welchen Risiken Ihr Unternehmen ausgesetzt ist:

  • Welche Elemente, beispielsweise eine Produktionsmaschine, sind in Ihrem Betrieb unerlässlich?
  • Inwiefern kann ein Unwetter Ihre Betriebstätigkeit beeinträchtigen?
  • Was passiert, wenn Drittpersonen durch eines Ihrer Produkte oder beim Betreten Ihres Cafés verletzt werden?
  • Ist das Szenario realistisch?

Diskutieren Sie diese Themen mit Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, Personen aus Ihrem Umfeld und ganz wichtig, mit Versicherungsexpertinnen und -experten.

Risiken selber tragen

In der Startphase eines Unternehmens macht es wenig Sinn jede Kleinigkeit zu versichern. Die Versicherungskosten bremsen Sie dann eher aus, als dass Ihnen die Versicherung nützt. Versichern Sie nur so viel wie nötig. Konzentrieren Sie sich auf jene Risiken, bei deren eintreffen das Überleben Ihrer Firma ernsthaft gefährdet wäre. Tragbare Risiken sollten Sie als Unternehmerin oder Unternehmer selber tragen. Will heissen: Mögliche Schäden, die Sie aus eigener Kasse bezahlen können ohne damit Ihr Unternehmen zu gefährden, sollten Sie nicht versichern.

Bedenken Sie, dass Sie Ihr persönliches Risiko als Unternehmerin oder Unternehmer mit einer geeigneten Firmenrechtsform bedeutend einschränken können. Während Sie als Einzelunternehmen oder Teil einer Kollektivgesellschaft mit Ihrem privaten Vermögen haften, ist die Haftung bei einer GmbH oder einer AG auf das Firmenvermögen beschränkt.

Übersicht Betriebsversicherungen

Eine gute Übersicht und Diskussionsgrundlage finden Sie auf der Tabelle Versicherungen nach Rechtsform des Bundes oder in der  Tabelle unten (dabei sind die Anforderungen jeweils für alle Unternehmensformen gleich):

Alle Unternehmensformen
Berufshaftpflicht Für gewisse Branchen obligatorisch (z.B. Garagenbetriebe)
Gebäudeversicherung Für Gebäudeeigentümer ist die Feuer- und Elementarversicherung obligatorisch
Motorfahrzeugversicherung Motorfahrzeughaftpflicht obligatorisch – Kasko freiwillig
Fahrhabeversicherung Freiwillig
Betriebshaftpflicht für gewisse Branchen obligatorisch
Gebäudehaftpflicht Freiwillig
Technische Versicherungen (EDV, ATA (Allg. Tech. Anlagen), Maschinen, Maschinenkasko) Freiwillig
Betriebsunterbruchversicherung Freiwillig
Transportversicherung Freiwillig
Montageversicherung Freiwillig
Reiseversicherung Freiwillig
Rechtsschutzversicherung Freiwillig
Organhaftpflichtversicherung Freiwillig

Mehr zum Thema Versicherungen finden Sie auf dem KMU-Portal des Bundes unter Versicherungen: Was ist obligatorisch, was sinnvoll?

Sozialversicherungen

Wenn sich das Leben nicht von seiner Sonnenseite zeigt, oder Sie in den Ruhestand gehen, gibt es in der Schweiz ein Netz von Sozialversicherungen, das Sie in den meisten Fällen auffängt und unterstützt.
Die Sozialversicherungen umfassend erklärt finden Sie im Ratgeber Sozialversicherungen – Ein praktischer Leitfaden für KMU (pdf) oder gekürzt in folgendem Überblick des Startzentrum Zürich:

Dreisäulenmodell

Einen weitreichenden Schutz vor den Risiken des (Arbeits-) Alltags und Möglichkeiten zur Altersvorsorge bietet das sogenannte Dreisäulenmodell für die Bewohner der Schweiz. Als selbständige Unternehmerin oder Unternehmer sind Sie verpflichtet, sich um diesen Schutz für Sie und Ihre Mitarbeitenden zu kümmern.

Das Dreisäulenmodell gliedert sich in drei verschiedene Vorsorgeinstitutionen:

1. Säule
(Staatliche Vorsorge)

AHV, IV, EO – Die 1. Säule soll den Grundbedarf der Versicherten im Alter und im Fall von Invalidität und Tod decken und kompensiert zu einem Teil Erwerbsausfälle bei Militärdienst und Ähnlichem. Die AHV-Rente für Einzelpersonen liegt bei einer vollständigen Beitragsdauer zwischen 1′175 und 2′350 Franken pro Monat. Die Rente der AHV-Bezügerinnen und AHV-Bezüger wird durch die Abgaben der berufstätigen Generation finanziert.

2. Säule
(Berufliche Vorsorge)

Pensionskasse – Die 2. Säule dient der Aufrechterhaltung des Lebensstandards, den Sie sich vor Ihrer Pensionierung gewohnt waren. Abhängig davon, wie viel Sie im Laufe Ihrer beruflichen Karriere einbezahlt haben, beträgt Ihre monatliche Rente aus der Pensionskasse zusammen mit der AHV etwa 60% Ihres letzten Einkommens vor der Pensionierung.

3. Säule
(Private Vorsorge)

Die 3. Säule ist eine Art Sparkonto fürs Alter, mit der Sie Geld für Ihr Leben im Alter steuervergünstigt ansparen können und allfällige Lücken in der 1. und 2. Säule auffangen können. Die 3. Säule ist freiwillig und soll es Ihnen ermöglichen, auch während der Pensionierung auf Ihre individuellen Wünsche einzugehen.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung unterstützt Arbeitslose und Kurzarbeitende, sowie Personen die den Weg zurück in die Arbeitswelt suchen.

Wofür ist sie da?

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) sichert Angestellten einen Teil ihres Lohnes bei Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, wetterbedingten Arbeitsausfällen und Insolvenz des Arbeitgebers. Zudem unterstützt die ALV Massnahmen, um Arbeitslosigkeit zu verhüten und den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu vereinfachen. Sie ist für Angestellte obligatorisch.

Selbstständigerwerbende, aus Sicht der Sozialversicherungen sind das Inhaberinnen und Inhaber eines Einzelunternehmens oder einer Kollektivgesellschaft, können sich nicht gegen Arbeitslosigkeit versichern. Mitinhaberinnen und Mitinhaber einer GmbH oder einer AG, die im Betrieb mitarbeiten und sich einen Lohn auszahlen, gelten als Angestellte und können darum theoretisch von der Arbeitslosenversicherung profitieren. Allerdings gelten hierzu spezielle Bedingungen, die Ihnen das Amt für Wirtschaft und Arbeit auf Anfrage gerne erklärt.

Anmeldung Arbeitslosenversicherung

Die Anmeldung erfolgt zeit- und ortsgleich mit der Anmeldung der ersten Angestellten bei der Ausgleichskasse, respektive der SVA im Kanton Zürich.

Wie viel muss ich als Unternehmerin oder Unternehmer an die Arbeitslosenversicherung bezahlen?

Die ALV-Beiträge werden, ähnlich den AHV-Beiträgen, direkt vom Lohn abgezogen. Sie betragen in der Regel 2.2% des Jahreslohnes und werden unter dem arbeitgebenden Unternehmen und der oder dem Angestellten aufgeteilt. Für Lohnanteile über 148′200 Franken betragen die Beiträge 1% des Lohnes.
Mehr zur Arbeitslosenversicherung finden Sie auf dem Merkblatt Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (pdf) oder im Ratgeber Sozialversicherungen – Ein praktischer Leitfaden für KMU Download (pdf).

Familienzulagen (Kinderzulagen)

Die Familienzulage unterstützt Familien mit Kindern mit einem monatlichen Betrag der direkt mit dem Lohn ausbezahlt wird.

Wofür sind sie da?

Familienzulagen (FamZG) sollen die finanzielle Mehrbelastung in Familien durch Kinder teilweise ausgleichen. Darum erhalten Angestellte, Selbständige und auch Nichterwerbstätige mit Kindern in der Schweiz eine monatliche Zulage von 200 Franken pro Kind bis zu einem Alter von 16 Jahren. Kinder in der Ausbildung im Alter zwischen 16 und 25 Jahren erhalten monatlich 250 Franken Ausbildungszulage. Die Familienzulagen werden direkt mit dem Lohn ausbezahlt.
Alle Arbeitgebende im Kanton Zürich sind verpflichtet, sich einer Familienausgleichskasse anzuschliessen.

Mehr zum Thema finden Sie auf dem Merkblatt Familienzulagen (pdf) oder im Ratgeber Sozialversicherungen – Ein praktischer Leitfaden für KMU Download (pdf).

Anmeldung für Familienzulagen

Wer gerne Familienzulagen beziehen möchte, muss sich dafür bei der Familienausgleichskasse anmelden. Das entsprechende Anmeldeformular finden Sie beispielsweise bei der Sozialversicherungsanstalt Zürich (SVA).

Das Formular ist komplett auszufüllen und durch Ihr Unternehmen zu bestätigen. Anschliessend können Sie es zusammen mit einer Kopie des Familienbüchleins oder des Geburtsscheins bei der SVA einreichen. Für im Ausland geborene Kinder legen Sie am besten eine Kopie einer Wohnsitzbestätigung Ihrer Wohngemeinde bei.

Anmeldeformular Familienzulagen (pdf)

Wie viel muss ich als Unternehmerin oder Unternehmer bezahlen?

Die Beiträge an die Familienausgleichskasse SVA Zürich betragen 2017 1.2% der Lohnsumme. Die Beiträge an die Familienausgleichskasse werden vom Unternehmen bezahlt und müssen auch bezahlt werden, wenn die oder der Angestellte keine Kinder hat.

Mehr zum Thema finden Sie auf dem Merkblatt Familienzulagen (pdf) oder im Ratgeber Sozialversicherungen – Ein praktischer Leitfaden für KMU Download (pdf).

Krankentaggeld

Die freiwillig abschliessbare Krankentaggeldversicherung unterstützt Personen, die wegen Krankheit über kein Einkommen mehr verfügen. Gerade bei längerer Krankheit profitieren Arbeitgebende und Arbeitnehmende.

Wofür sie sie da?

Die Krankentaggeldversicherung (KTG) kann für alle Unternehmensformen freiwillig abgeschlossen werden. Im Falle von Krankheit überbrückt sie für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren das fehlende Einkommen. Sie lohnt sich insofern auch für das Unternehmen, da Sie als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber verpflichtet sind, Ihre Angestellten im Falle einer Krankheit mindestens für drei Wochen weiter zu entlohnen.

Anmeldung für Krankentaggeldversicherung

Krankentaggeldversicherungen werden durch das Unternehmen bei einer Krankenkasse oder einer Versicherung abgeschlossen. Am besten Sie informieren sich dazu bei verschiedenen Versicherern.

Wie viel muss ich als Unternehmerin oder Unternehmer an die Krankentaggeldversicherung bezahlen?

Die Kosten für eine Krankentaggeldversicherung sind sehr verschieden und hängen von der entsprechenden Versicherung ab. Es lohnt sich für Sie und Ihre Angestellten verschiedene Angebote zu prüfen und zu vergleichen. Die Prämien können Sie als Unternehmerin oder Unternehmer zwischen sich und Ihren Angestellten aufteilen. Die Hälfte der KTG-Prämien können den Angestellten vom Lohn abgezogen werden.

Unfallversicherung

Unfälle passieren schnell und leider auch häufig. Die Unfallversicherung kommt für die Folgen davon auf.

Wofür ist sie da?

Die Unfallversicherung (UV) trägt Behandlungskosten und kommt für Lohnausfälle auf, die nach einem Unfall auftreten können. Bei Invalidität oder Tod durch einen Unfall bezahlt die Unfallversicherung Invalidenrenten und unterstützt Hinterbliebene nach dem Tod der versicherten Person.

Eine Unfallversicherung ist für alle Angestellten obligatorisch. Für Inhaberinnen und Inhaber einer Einzelfirma oder einer Kollektivgesellschaft ist die Unfallversicherung nicht zwingend, aber sehr zu empfehlen. Für Teilhaber einer GmbH oder AG die im Betrieb tätig sind, ist eine Unfallversicherung ebenfalls obligatorisch.
Alle Angestellten sind für Unfälle, die während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg passieren, zu versichern. Man nennt dies die Berufsunfallversicherung (BUV). Ist eine angestellte Person mehr als acht Stunden pro Woche in einem Betrieb beschäftigt, ist sie zusätzlich auch in ihrer Freizeit unfallversichert. Dies wird als Nichtberufsunfallversicherung (NBUV) bezeichnet.

Mehr zum Thema finden Sie auf den Seiten zu Berufsunfallversicherung und Nichtberufsunfallversicherung oder Unfallversicherungen des Bundes.

Anmeldung für Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung können Sie bei einer privaten Versicherungsgesellschaft, einer Krankenkasse oder bei der Schweizerischen Unfallversicherung Suva abschliessen. Am besten Sie nehmen direkt Kontakt mit einigen dieser Anstalten Kontakt auf und lassen sich beraten.

Wie viel muss ich als Unternehmerin oder Unternehmer an die Unfallversicherung bezahlen?

Die Berufsunfallversicherung (BUV) für Angestellte muss vom Unternehmen bezahlt werden. Die Höhe der Versicherungsprämie ist abhängig von der gewählten Versicherungsinstitution und dem Lohn der versicherten Person.

Die Nichtberufsunfallversicherung (NBUV) kann vom Lohn der Angestellten abgezogen werden oder freiwillig vom Unternehmen übernommen werden.

Steuern

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer (MWST) wird auf alle Konsumgüter und Dienstleistungen erhoben, die direkt von den Konsumenten in der Schweiz gekauft werden. Die Steuer geht von der Überlegung aus, dass alle, die von der Infrastruktur des Schweizer Staates profitieren, dem Staat einen finanziellen Beitrag zukommen lassen müssen.

Die Mehrwertsteuer muss von den Unternehmen bei ihren Kunden eingefordert und schlussendlich dem Bund abgeliefert werden. Unternehmen, die einem anderen Unternehmen etwas verkaufen, müssen für diesen Handel keine MWST bezahlen (die Mehrwertsteuer muss auf der Rechnung aber trotzdem in jedem Fall verrechnet werden).

Die Mehrwertsteuersätze in der Schweiz betragen ab 1. Januar 2018:

7.7%           Standardsatz
2.5%        Für Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, alkoholfreie Getränke, Bücher, Zeitungen, Medikamente)
3.7 %       Übernachtungen im Hotel (inkl. Frühstück)

Ab wann muss Mehrwertsteuer bezahlt werden?

Unternehmen sind unabhängig von ihrer Rechtsform mehrwertsteuerpflichtig. Bis zu einem jährlichen Umsatz von 100’000 Franken (CHF 150’000 bei gemeinnützigen Institutionen und nicht gewinnorientierten, ehrenamtlichen Sport- oder Kulturvereinen) sind Unternehmen jedoch von dieser Steuer befreit. Ebenfalls ausgenommen sind Unternehmen und Leistungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport, Heilbehandlungen, Kinderbetreuung sowie in der Urproduktion tätige Betriebe, also Land- und Forstwirtschaft, Bergbau, Gartenbau sowie Jagd und Fischerei. Konkretere Angaben dazu finden Sie bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Eine weitere Übersicht finden Sie unter Mehrwertsteuerrecht.

Anmeldung Mehrwertsteuer

Die Anmeldung für die Mehrwertsteuer können Sie ganz einfach online vornehmen, sofern Sie bereits im Handelsregister eingetragen sind. Alles was Sie dazu benötigen ist Ihre UID (Unternehmensidentifikation des Handelsregisters) oder Ihren registrierten Firmennamen.

Die Anmeldung der Mehrwertsteuer können Sie bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung vornehmen.

Falls Sie noch nicht im Handelsregister eingetragen sind, können Sie dies bei EasyGov nachholen und anschliessend auch für die Mehrwertsteuer anmelden.

Wie wird die Mehrwertsteuer abgerechnet?

Sobald Unternehmen für die Mehrwertsteuer angemeldet sind, sind sie selbständig und unaufgefordert für deren Abrechnung zuständig. Sie müssen sich darum kümmern, dass die MWST bei Kunden verrechnet wird und bei der Steuerverwaltung einbezahlt wird.

Es gibt zwei verschiedene Methoden, wie die Mehrwertsteuer abgerechnet werden kann. Die Effektive Abrechnungsmethode, bei der die Mehrwertsteuer alle drei Monate abgerechnet wird, und die Saldomethode, bei der die Mehrwertsteuerabrechnung halbjährlich vollzogen wird. Welche Variante für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit einer Treuhänderin oder einem Treuhänder. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich beim erstmaligen ausfüllen der Mehrwertsteuerabrechnung von einer erfahrenen Person helfen zu lassen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auch unter ch.ch oder bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Der Vorsteuerabzug

Verkauft ein Unternehmen einem anderen, zweiten Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung und verrechnet dafür eine Mehrwertsteuer, kann das zweite Unternehmen die Mehrwertsteuer wieder zurückfordern, respektive abziehen. Das wird als Vorsteuerabzug bezeichnet.

Beispiel:

Ein Schreiner kauft Holz zu einem Preis von 1′000 Franken (Nettopreis) bei seinem Lieferanten. Dieser Verrechnet ihm 7.7% MWST, also 77 Franken. Mit dem gekauften Holz fertigt der Schreiner einen Tisch, den er für 2′000 Franken (Nettopreis) zuzüglich 7.7% MWST (2′000 + 154 = 2′154 Franken), also 2′154 Franken an einen Kunden verkauft. Total wurde für diesen Tisch mit einem Nettopreis von 2′000 Franken, 231 Franken Mehrwertsteuer, sprich 11.55% Steuern bezahlt. Um das auszugleichen, hat der Schreiner jetzt das Recht, einen Abzug der Vorsteuern zu machen. Das heisst, er darf die 77 Franken Mehrwertsteuern, die er dem Lieferanten für das Holz bezahlt hat, von der Mehrwertsteuer, die sein Kunde bezahlt, wieder abziehen. Defacto bezahlt der Schreiner für sein Holz keine Mehrwertsteuer.

Weitere Steuern für…

 

Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften

Einkommenssteuer

Unter die Einkommenssteuer fällt alles, was mit Lohn, Gewinn, Zins oder ähnlichem zu tun hat. Weil Personengesellschaften, also Einzelunternehmen oder Kollektivgesellschaften, keine juristischen Personen sind, müssen deren Steuern über deren Besitzerinnen und Besitzer abgerechnet werden. Das Privat- und das Geschäftseinkommen von Inhaberinnen und Inhabern einer Personengesellschaft werden über die gleiche Person abgerechnet. Trotz dieser gemeinsamen Abrechnung ist es wichtig, zwei separate Buchhaltungen für Privates und Geschäftliches zu führen.

Die Einkommenssteuer fliesst an Bund, Kanton und Gemeinde.

Mehr zur Einkommenssteuer:

Wie viel Einkommenssteuer muss ich bezahlen ?

Bei der Einkommenssteuer wird ein progressiver Steuersatz angewendet. Das heisst, je höher das Einkommen, desto mehr Steuern müssen Sie prozentual bezahlen. Der Steuerbetrag für ein Einzelunternehmen oder eine Kollektivgesellschaft setzt sich aus den direkten Bundesteuern, den Staatsteuern (Kanton) und den Gemeindesteuern zusammen. Je nach Einkommen, Wohnort und Firmensitz kann dies schnell grosse Anteile des Einkommens ausmachen.

Vermögenssteuer

Die Vermögenssteuer wird nur vom Kanton und den Gemeinden erhoben und muss von Personengesellschaften wie Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften abgeliefert werden. Gleich wie die Einkommenssteuer, muss die Vermögenssteuer über die Inhaberinnen und Inhaber der Personengesellschaft abgerechnet werden. Zum steuerbaren Vermögen gehören bewegliche Güter wie Bankguthaben, Wertschriften, Autos und unbewegliche Güter wie Grundstücke, Lebens- und Rentenversicherungen sowie in Geschäftsbetriebe investiertes Vermögen.

Mehr dazu auf folgenden Seiten:

Wie viel Vermögenssteuer muss ich bezahlen?

Die Vermögenssteuer wird in den meisten Kantonen progressiv erhoben. Das heisst, je grösser Ihr Vermögen, desto mehr Steuern bezahlen Sie prozentual. Die Vermögenssteuer bewegt sich im Promillebereich.

Wieviel Vermögenssteuer Sie im Kanton Zürich bezahlen müssen, können Sie hier abschätzen: Steuerrechner Kanton Zürich

AGs und GmbHs

Gewinnsteuer

Die Gewinnsteuer muss von juristischen Personen, wie AGs und GmbHs, an die Steuerbehörde abgeliefert werden. Bei dieser Abgabe wird der Gewinn, den ein Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet hat, versteuert. Die Gewinnsteuer setzt sich zusammen aus Steuern an den Bund, den Kanton, die Gemeinde des Firmensitzes und der örtlichen Kirchensteuer.

Weitere Informationen dazu:

Wie viel Gewinnsteuer muss mein Unternehmen bezahlen?

Die Steuerpflicht für Unternehmen beginnt mit dem Eintrag ins Handelsregister. Als AG oder GmbH müssen Sie dem Bund jährlich 8.5% des Gewinns als Steuern abliefern. Dazu kommen die Kantons- und Gemeindesteuern. Deren Höhe ist recht unterschiedlich und hängt vom Steuerfuss ab, den der Kanton und die Gemeinde Ihres Firmensitzes vorgeben. Dieser so genannte «Steuerfuss» ist ein Faktor, der mit der «einfachen Steuer» (8% des Gewinns), einer Art Grundsteuer der Kantone, multipliziert werden muss. Damit können Sie berechnen, wie viel Steuern Sie an den Kanton und die Gemeinden bezahlen müssen.

Einfacher geht es mit dem Steuerrechner des Kantons Zürich. Hier können Sie abschätzen wie hoch Ihre Gewinnsteuer ungefähr sein könnte.

Kapitalsteuer

Die Kapitalsteuer muss von juristischen Personen, also Unternehmen mit der Rechtsform GmbH oder AG, bezahlt werden. Die Kapitalsteuer wird von den Kantonen und den Gemeinden erhoben. Dabei wird eine Steuer auf das Kapital der Firma erhoben. Von dieser Steuer betroffen sind:

  • das einbezahlte Grund- respektive Stammkapital
  • offene Reserven
  • die aus Gewinn gebildeten stillen Reserven

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Steuern kompakt! (pdf)

Wie viel Kapitalsteuer muss mein Unternehmen bezahlen?

Die Kapitalsteuer in der Schweiz bewegt sich im Promillebereich, in der Regel unter 0.05%.

Die Steuern für Ihr geschäftliches Kapital als GmbH oder AG im Kanton Zürich können Sie ganz einfach hier abschätzen lassen: Steuerrechner Kanton Zürich

Buchführung und Revision

Buchführung

Buchhaltung, für viele Unternehmerinnen und Unternehmer eine nervenzehrende Last und doch einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen. Denn nur wer weiss, wie es um seine Firma steht, kann gute Entscheidungen treffen und erspart sich viel Ärger. Einige Punkte , die es zu beachten gilt, finden Sie hier:

Was ist vorgeschrieben? Was gehört in eine Buchhaltung?

Von Gesetzes wegen würde für Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften mit einem jährlichen Umsatz von bis zu 500′000 Franken eine Buchhaltung ausreichen, die lediglich die Einnahmen, die Ausgaben und die Vermögenslage erfasst. Für Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften mit einem jährlichen Umsatz über 500′000 Franken, sowie für alle GmbHs und AGs, ist eine ordentliche Buchhaltung obligatorisch.

In eine ordentliche Buchhaltung gehören nach Obligationenrecht drei Grundlegende Elemente:

  • Inventar
  • Vollständige Bilanz
  • Erfolgsrechnung (inkl. Abschreibungen, Rückstellung, Steuern, usw.)

Diese drei Elemente sind Teil des Jahresabschlusses und müssen gemeinsam mit den Belegen mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden. Ein Geschäftsjahr dauert in der Regel 12 Monate, kann im Gründungsjahr aber auch länger oder kürzer ausgelegt werden. Der Geschäftsabschluss wird üblicherweise per 31. Dezember erstellt und ist in der ordentlichen Buchführung vorgeschrieben. Wer seine Bücher absichtlich oder unabsichtlich falsch führt, macht sich strafbar.

Alles zu Buchhaltung und Revision. Finanzen unter Kontrolle.

Kapitel Buchhaltung auf gruenden.ch (nach unten in gelben Bereich scrollen)

Wer soll meine Buchhaltung machen?

Es ist wichtig, dass Sie als Unternehmerin oder Unternehmer zumindest die Grundsätze der Buchhaltung verstehen. Das erlaubt Ihnen strategische Entscheidungen für Ihr Unternehmen zu treffen und die Fitness Ihres Unternehmens zu kontrollieren. Ob Sie die Buchhaltung aber alleine machen, an Externe auslagern, oder eine Mischform davon betreiben, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass die Bücher sauber und vollständig geführt werden und Sie Ihre begrenzten Ressourcen wie Geld und Zeit sinnvoll einsetzen.

Wie baut man eine Buchhaltung auf?

Die Grundlage Ihrer Finanzbuchhaltung bilden Ihre Belege. Sammeln Sie die Belege der Personen und Firmen, die Ihnen Geld schulden (Debitoren), die Belege der Personen und Firmen denen Sie Geld schulden (Kreditoren) und all Ihre Bankbelege in separaten Ordnern (Sie sollten auch buchungsrelevante Korrespondenz wie Briefe, E-Mails und Ähnliches aufbewahren).

Diese Belege werden danach in Ihrer Buchhaltung in einem entsprechenden Kontenplan verbucht. Der Kontenplan hilft Ihnen die verschiedenen Einnahmen und Ausgaben in verschiedene Kategorien einzuteilen und zu verwalten. Am besten Sie erstellen den Kontenplan mit einer fachkundigen Person.

Wie führt man eine Buchhaltung?

Das Verbuchen der Belege können Sie entweder selbst mit Hilfe einer Buchhaltungssoftware erledigen, oder Sie arbeiten mit einem Treuhand- oder Buchhaltungsbüro zusammen, das Ihnen den grössten Teil der Arbeit abnimmt. Als kostengünstige Alternative erkundigen Sie sich in Ihrem Umfeld nach jemandem, der auf diesem Gebiet kompetent ist. Oft finden sich Bekannte, die jahrelang im kaufmännischen Bereich tätig waren und Ihnen gerne zu einem günstigen Preis bei Ihrer Buchhaltung helfen.

Revision

Eine Revision ist eine zweite Meinung die man sich bezüglich seines Jahresabschlusses einholt. Dabei wird die Buchhaltung von einer firmenexternen Revisionsstelle genauestens kontrolliert, ob alle gesetzlichen Pflichten und Vorgaben der Statuten erfüllt wurden. Dank der Revision können Sie einen objektiven Blick auf Ihr Unternehmen gewinnen und erkennen, ob Sie mit Ihrem Unternehmen noch auf dem richtigen Weg sind.

Was ist Pflicht?

Unternehmen sind verpflichtet, ihre Jahresrechnung von einer Revisionsstelle überprüfen zu lassen. Allerdings gibt es verschiedene Formen der Revision und in einigen Fällen kann sie sogar ganz weggelassen werden. Personengesellschaften wie Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften sind nicht revisionspflichtig.

Ordentliche Revision

Pflicht für Publikumsgesellschaften (börsenkotierte Unternehmen), Unternehmen die eine Konzernrechnung erstellen müssen und «wirtschaftlich bedeutende Unternehmen». Unter «wirtschaftlich bedeutend» versteht man Unternehmen, die zwei der drei folgenden Schwellenwerte überschreiten:

  • CHF 20 Millionen für die Bilanzsumme
  • CHF 40 Millionen für den Umsatzerlös
  • 250 Vollzeitstellen

Die Ordentliche Revision kann auch von den Aktionären (min. 10% des Aktienkapitals) verlangt werden.

Ordentlichen Revision auf  Lexwiki

Eingeschränkte Revision

In der Praxis am häufigsten der Fall. Alle Unternehmen, abgesehen von Personengesellschaften wie Einzelunternehmen und Kollektivgesellschaften, sind verpflichtet sich einer eingeschränkten Revision zu unterziehen.

Eingeschränkten Revision auf Lexwiki

Opting-out (Verzicht auf Revision):

Bei Unternehmen mit weniger als 10 Vollzeitstellen kann auf eine Revision verzichtet werden, wenn alle Teilhabenden des Unternehmens damit einverstanden sind.

Opting-out auf Lexwiki

Gesetzliche Reservenbildung

GmbHs und AGs sind zu Beginn ihrer Geschäftstätigkeit von Gesetzes wegen verpflichtet, 5% ihres Jahresgewinns in ihrer Buchhaltung den Reserven zuzuweisen. Dies muss solange gemacht werden, bis die Reserven des Unternehmens 20% des Stamm- oder des Aktienkapitals erreicht haben. Fährt das Unternehmen einen Verlust ein, muss kein Geld in die Reserven verbucht werden. Natürlich kann ein Unternehmen freiwillig auch weitere Reserven anlegen.

Alle Quellenangaben finden Sie hier